Waldpatenschaft

Bilder

Februar 2001 12. Mai 2001

1. Juni 2001

16. Oktober 2001

15. März 2002

 

Am 7. Februar 2001 wurde der ERS Weiskirchen ein ca. 0,5 Hektar großes Waldareal zur Waldpatenschaft übertragen. Die Betreuung des Waldareals wird durch die Erweiterte Realschule unter fachlicher Anleitung durch die Forstbetriebsgemeinschaft gewährleistet.
Ziel ist es, den Schülern das Ökosystem Wald und die Arbeit im Wald näher zu bringen.

Pressebericht: Saarbrücker Zeitung vom 12.02.2001

Grünes Klassenzimmer für Öko-Bildung

Erster Schulwald im Landkreis Merzig-Wadern eröffnet - Erweiterte Realschule Weiskirchen übernimmt Wald-Patenschaft

Das Projekt soll Schülern der Erweiterten Realschule Weiskirchen das Öko-System Wald und die Waldarbeit näher bringen. Gefördert werde damit zudem die traditionelle Bindung zur Hochwaldregion.

Weiskirchen (fs). Das Projekt "Schulwald 2000", seit Dezember in Vorbereitung, wurde jetzt höchst offiziell in Gang gesetzt. Die Betreiber, die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) im Landkreis Merzig-Wadern. Die Erweiterte Realschule (ERS) Weiskirchen, der Naturpark Saar-Hunsrück, der Naturschutzbund (NABU) Deutschland und der Landkreis Merzig-Wadern hatten zu der Eröffnungsfeier ihre Vertreter in den Weiskircher Wald entsandt. Waldbesitzer Rolf Loose, Mitglied der FBG, hat eine Waldparzelle, nur wenige Gehminuten von der Jugendherberge entfernt, für dieses Projekt zur Verfügung gestellt. Der neu ausgewiesene Schulwald soll als "grünes Klassenzimmer" ständiger Begleiter in der schulischen Bildung der ERS Weiskirchen werden. Im Rahmen der Vorstellung des Projektes pflanzten ERS-Schüler gemeinsam mit Landrat Michael Kreiselmeyer den Baum des Jahres 2001 - eine Esche.

Gerade im Hochwaldraum, wo der Wald das prägende Landschaftselement sei und wo unzählige Waldflächen - oft leider unbewirtschaftet - im Eigentum vieler Familien stünden, wo insbesondere in der jüngeren Generation die traditionsreiche Bindung zum Wald weitgehend verloren gegangen sei, scheine es sinnvoll, durch derartige Aktivitäten die Bewusstseinsbildung für das Öko-System Wald mit seinen nachwachsenden Rohstoffen Holz und Wild und deren Nutzung bereits im Kindesalter zu wecken, sagte Klaus Borger vom Kreisumweltamt, zweiter Vorsitzender der FBG. "Viele Entwicklungen zeigen, dass der Wald eine Renaissance erfahren wird. So wird die Bedeutung des CO  -neutralen Rohstoffes Holz als vielseitiger Energieträger deutlich zunehmen", prophezeit Borger. "In der Hoffnung, dass dieses Beispiel, das wir tatkräftig unterstützen, auch in den übrigen Gemeinden des Kreises auf positive Resonanz stößt, wünsche ich dem Projekt Waldpatenschaft viel Erfolg", schloss sich FBG-Vorsitzender Manfred Ludwig an.

Für Weiskirchens Beigeordneten Werner Hero ist das Projekt "eine ganz wichtige Sache". Seine Gemeinde ist mit einem Anteil von 47 Prozent größter Waldbesitzer der Gemarkung. "Für die Gemeinde ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und wesentlich für den heilklimatischen Kurort mit seiner gesunden Luft." "Ein bedeutender Tag in der Entwicklung unserer Schule", betonte ERS-Rektor Günter Peifer. Seine Schule hat mit ihren zahlreichen unterschiedlichsten Projekt-Arbeiten bereits bundesweit Vorbild-Charakter. "Wir sehen das Wald-Projekt als Herausforderung an". Externe Fachleute sollen die pädagogische Arbeit bereichern. Die Weiterentwicklung des Schulwaldes könne man künftig auf der Homepage der ERS mit verfolgen, kündigte Peifer an. Ulrich Heintz, Landesvorsitzender des NABU, bot "handgreifliche" Unterstützung an: "Eine tolle Geschichte - das hier in Weiskirchen!" Das Schulprojekt solle bewusst unter die "Agenda21" gestellt werden. Dazu Peter Kleinmann vom ISuF-Institut für Sozial- und Umweltforschung in Weiskirchen: "Die Agenda 21 sieht weltweit möglichst viele nachhaltige Naturprojekte vor. Unter dem Gesichtspunkt, dass nachfolgende Generationen eine intakte Umwelt vorfinden." Die ökologische und die wirtschaftliche Seite des Waldes müsse zusammen gebracht werden. Ein weiterer Aspekt des Waldes sei "Heimat" als soziales und kulturelles Gut. Kleinmann bot vor allem materielle Hilfe durch sein Institut an.

Sichtliche Freude hatte Landrat Kreiselmeyer an der Begeisterung der ERS-Schüler. Sie umrahmten die Feier mit Gedichten und Liedern, mit Bio-Lehrer Patric Neumeyer an der Gitarre. Neumeyer und sein Kollege Franz-Josef Schudell von der Umwelt-AG der Schule werden künftig für das Klassenzimmer im Grünen verantwortlich zeichnen. Landrat Kreiselmeyer sieht das Projekt "aus vielerlei Sicht interessant und nachahmenswert" an. Der Wald sei über Jahrzehnte durch das günstige Angebot an fossilen Energieträgern und durch hohe Holz-Importe aus Ländern mit geringen Umwelt-Standards und niedrigen Arbeitslöhnen auch als Wirtschaftsfaktor aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. "Durch das Waldsterben seit 1982 kam der Wald wieder in die Schlagzeilen, vieles, was damals von Kritikern als übertrieben dargestellt bezeichnet wurde, ist bittere Realität geworden", sagte Kreiselmeyer. Vielerorts seien durch das Verschwinden der Wälder Umweltkatastrophen eingetreten, die nicht nur Sachschäden verursacht hätten, sondern immer wieder viele Menschenleben kosteten. Nun sei der Wald erneut in den Schlagzeilen. "Die diskutierten Folgen der globalen Erwärmung der Atmosphäre lenken den Blick erneut auf den Wald, diesmal aber auf seine Bedeutung als CO  -Bremse". Bereits heute den Blick für die Bedeutung unserer Wälder zu schärfen, sei gerade im Grünen Landkreis mit seinem hohen Bewaldungsanteil von 38 Prozent seiner Fläche eine wichtige Aufgabe. "So bin ich sehr erfreut, dass die ERS den Wald als Dauerthema behandeln wird. Die FBG als Initiator und Projektpartner hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass Wald mehr ist als Holz. Im Bereich der Wald-Ökologie und Umweltbildung hat sie im Saarland Maßstäbe gesetzt, die anerkannt und honoriert werden. Ich wünsche, dass dieses Projekt viele Nachahmer findet."

 

Schulwald 2000

In einem 0,5 Hektar großen Waldareal, in unmittelbarer Nähe zur Ortslage, wird der Erweiterten Realschule Weiskirchen eine Waldpatenschaft übertragen. Ein etwa 35 Jahre alter Fichtenbestand als Monokultur soll langfristig durch die Schüler in einen naturnahen Wald überführt werden. Die Betreuung des Waldareals wird durch die Schule unter fachlicher Anleitung durch die Forstbetriebsgemeinschaft gesichert. Die Schüler werden den Ist-Zustand bewerten, mit Arten-Inventur, Struktur und Gesundheitszustand, Pflanzungen selbst vornehmen und die Entwicklung dokumentieren. Die Schüler werden zu allen waldbaulichen Maßnahmen heran gezogen, um selbst Hand anzulegen. Ziel ist, den Schülern das Öko-System Wald und die Arbeit im Wald nahe zu bringen.

Zu den Lerninhalten gehört das positive Verhältis zum System Wald, die Bedeutung der Wälder für die Biosphäre, Artenkenntnisse, Bodenkunde, Grundlagen des Waldbaus, Naturschutz im Wald, der Wald als Arbeitsplatz, das Berufsbild des Waldarbeiters, Unfallverhütung, aber auch Spaß und Spiel und nicht zuletzt eine zünftige Waldarbeiter-Vesper.

 

Seite erstellt von der Homepage-AG