Saarbrücker Zeitung vom 30. April 1999

Das Wasser im Holzbach ist Ordnung

Schüler der Erweiterten Realschule Weiskirchen als Forscher erfolgreich im Einsatz - Anhand von Lebewesen die Güte des Gewässers untersucht

Welche Tiere gibt es hier? Im Rahmen des Projektes "Weiskircher Wasser" untersuchten Schüler der Erweiterten Realschule den Holzbach .

 

Weiskirchen (sts). Ganz besonderen Schulunterricht erlebten jetzt die Fünftkläßler der Erweiterten Realschule Weiskirchen. Sie untersuchten unter Anleitung des Diplom-Biologen Uli Heintz, der Projektleiter beim Zweckverband Ill-Renaturierung ist, den Holzbach in Weiskirchen in Höhe des Sportplatzes.

Die Exkursion war Teil eines dreiwöchigen Schulprojektes mit dem Titel "Weiskircher Wasser". Das Projekt soll den Schülern fächerübergreifend das lebenswichtige Naß näherbringen. Im Deutschunterricht wurde von einer Überschwemmung gelesen, im Kunstunterricht wurden Bilder gemalt. Schüler der japanischen Partnerschule schickten ihre "Wasser"-Bilder per E-mail (elektronische Post) in den Hochwald. Themen wie "Wasser in der Ernährung" oder "die Entwicklung des Laubfrosches" standen ebenfalls auf dem Plan. Und auch in Religion, Erdkunde und Mathematik dreht sich alles ums Wasser. Außerdem besuchten die Schüler das Wasserwerk in Weierweiler. Der Besuch einer Kläranlage soll noch folgen, und in der Kurklinik soll die heilende Wirkung des Wassers kennengelernt werden. Auch multimedial recherchierten die Kinder. Videos, CD-Roms und das Internet wurden zur Informationsgewinnung genutzt.

Im Holzbach durften die Kinder nach der ganzen Theorie selbst anpacken. Zusammen mit Heintz, dem Biologielehrer Franz-Josef Schudell und den Klassenlehrern Hans-Josef Lücke und Gerhard Glutting führten sie die biologische Untersuchung des Baches durch. Ausgestattet mit Küchensieben und Lupen machten sich die Fünftkläßler auf die Suche nach Kleinlebewesen. Sogenannte Zeigertiere wie Strudelwürmer, Steinfliegen- oder Köcherfliegenlarven geben verläßlich Auskunft über die Wasserqualität. "Ihr müßt einen Stein hochheben und das Sieb direkt dahinter halten", erklärte Schudell die richtige Fangtechnik. "Jetzt hätte ich fast was gehabt, aber es ist aus dem Sieb geflutscht", schrie Thorsten Schäfer. "Ich hab' was, das aussieht wie eine Biene oder Mücke" ein anderer Schüler.

Schließlich einigte er sich mit seinen Klassenkameraden darauf, daß es sich um eine Wasserassel handelt. Einige Jungforscher gingen weiter bachaufwärts: "Vielleicht haben wir da mehr Fängerglück". Und überhaupt: "Dort gibt es bestimmt die dicken Brummer." Die Begeisterung ging bei einigen so weit, daß sie in zu tiefes Wasser traten und selbiges oben in die Gummistiefel lief.

Die Anstrengungen der Schüler wurden jedoch reich belohnt. Strudelwürmer und verschiedene Larven brachten sie Schudell, der die Tiere mit einer Pinzette, die ein Zerquetschen der Tiere verhindert, in einen Sammelbehälter setzte. Eine Besonderheit war die gefangene Libellenlarve. Arthur Golebiowski brachte Glutting und Schudell eine Steinfliegenlarve. "Meine kann aber beißen", sagte der Elfjährige, als diese den Sprung ins Sammelbecken nicht schaffen sollte, weil es schon zu viele davon gab. Auch Molche, Frösche und eine Blindschleiche fingen die Kinder. Die gesammelten Tiere wurden genau im "Protokoll zur Gewässeruntersuchung" aufgelistet. Vervollständigt wurde der Fragebogen durch den PH-Wert, den Kalk- und Sauerstoffgehalt, den Heintz mit chemischen Mitteln bestimmte.

Fazit von Schudell: "Hier ist der Bach wirklich noch in Ordnung." Die Ergebnisse des Projekts werden nach der endgültigen Auswertung in der Schule und auf der schuleigenen Homepage (Internetseite) präsentiert.