Saarbrücker Zeitung vom 21. Januar 1998

Saarbrücker Zeitung vom 16. Februar 1998

Saarbrücker Zeitung vom 21. Februar 1998
 


Saarbrücker Zeitung vom 21. Januar 1998

Schnell mal ins Museum

 

Beispiel Weiskirchen: Wie Schüler im Internet Infos sammeln

 

Weiskirchen (ols). "An welchen vier Merkmalen kann man den Fasenickl erkennen?" Was Lehrer so alles wissen wollen. Der Lehrer, der sich diese Frage ausgedacht hat, heißt Günter Peifer, ist Schulleiter der Erweiterten Realschule Weiskirchen und hat den Weg zur richtigen Antwort - Glück für die Klasse - gleich im Fragebogen versteckt. "http://www.museen-in-bayern.de/Kipfenberg-Fastnachtsmuseum.htm" steht da nämlich direkt über der Frage. Wird diese diese "Adresse" in einen ans Internet angeschlossenen Computer eingegeben, landet der Benutzer, zumindest auf dem Bildschirm, tatsächlich innerhalb weniger Sekunden im Fastnachtsmuseum. Und dort gibt es jede Menge Informationen zum Thema - und natürlich auch zum gesuchten Fasenickl.

Die Idee, Schülerinnen und Schülern der fünften Klasse in Form eines Frage- und Antwortspiels mit dem Internet vertraut zu machen, hat Schulleiter Peifer mit den Kunstlehrern seiner Schule entwickelt. Die behandeln nämlich Masken und Bräuche in der Fastnachtszeit derzeit im Unterricht. Für die Jüngsten in der Schule eine gute Gelegenheit, mal ins Internet zu schnuppern.

"Es wird ein Faß ohne Boden, wenn man ohne Ziel ins Internet geht", sagt Peifer. "Das Internet darf kein Selbstzweck sein. Wir unterrichten deshalb ganz gezielt mit diesem neuen Medium." Wie im Kunstunterricht können sich Schüler auch in anderen Fächern im weltweiten Datennetz spezielle Informationen beschaffen. Und sogar eigene Daten ins Netz geben. Die Masken, die die Fünftklässler in den nächsten Tagen basteln, werden fotografiert, die Fotos im Internet präsentiert.

Daß das alles keine Hexerei ist, sondern ohne Informatikstudium machbar ist, das will Peifer mit einem solchen Projekt vor allem den Kollegen zeigen. "Wir müssen die Schulleiter in die Lage versetzen, mit dem neuen Medium umzugehen. Wenn die Schulleiter dahinter stehen, ist viel erreicht", weiß der Mann, der selbst Fortbildungen für Lehrer leitet.

Wer mehr wissen will, kann nachschauen unter http://ers.weiskirchen.saargate.de.



Saarbrücker Zeitung vom 16. Februar 1998

Knubbenspaller in Kalifornien
 

Kalifornische Kinder erfuhren übers Internet etwas vom Hochwälder Holzhacker.

Weiskirchen (es). Das urige Aussehen des "Knubbenspallers" fasziniert auch die Menschen im fernen Kalifornien. Der Bursche mit dem wilden Blick hat den Schülern der fünften Klasse in Victorville offenbar so gut gefallen, daß sie sein wettergegerbtes Gesicht jetzt in Form einer Maske nachbilden wollen. Die Vorlage dazu kommt natürlich von da, wo der "Knubbenspaller" beheimatet ist: aus dem Schwarzwälder Hochwald. Die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe fünf der Erweiterten Realschule Weiskirchen sind zur Zeit mit viel Eifer und Phantasie dabei, im Rahmen eines des fächerübergreifenden Projektes Masken zu basteln - passend zur närrischen Zeit. Wie aber kommen amerikanische Schüler dazu, es ihren Weiskircher Altersgenossen gleich zu tun? Internet macht es möglich. Schulleiter Günter Peifer: "Mir haben die Werke meiner Schüler so gut gefallen, daß ich sie der übrigen Welt nicht vorenthalten wollte." So hat Peifer 30 Bilder, die Schüler, Lehrer und Eltern bei der Arbeit zeigen und die einzelnen Phasen der Werke bis hin zu den Ergebnissen dokumentieren, ins weltweite Netz gestellt. Es lohnt sich, http://ers.weiskirchen.saargate.de anzuklicken. Das Aufgabenblatt zum Projekt hat Peifer auch auf den Server (also den zentralen Rechner, von dem die Internet-Informationen bezogen werden) des "California Foreign Language Project" gestellt, einer Institution zur Förderung des Sprachunterrichts. "Prompt haben sich die Schüler aus der kalifornischen Stadt gemeldet, die jetzt nach Weiskircher Muster als ,Maskenbildner" tätig werden wollen", freut sich Lehrer Manfred Marmitt, der zusammen mit seinen Kollegen Dorothee Neu und Charly Scherer das "Masken"-Projekt betreut. "Wir sind alle gespannt, die Schüler ebenso wie die Lehrer", sagt Marmitt im Hinblick auf die internationale Zusammenarbeit. Wer die Masken bestaunen will, hat ab dem heutigen Montag in den Räumen der Kurverwaltung im Weiskircher Rathaus in einer Ausstellung Gelegenheit dazu. Sie wird dokumentieren, daß die Realschüler begeistert und kreativ an ihre Aufgaben herangegangen sind. " auf Seite L3.


Ein buntes Völkchen
Schüler der Erweiterten Realschule Weiskirchen zeigen stolz ihre Werke. In dem fächerübergreifenden Projekt "Masken" hatten die Schüler der Klassenmstufe fünf mit viel Phantasie die bunten und auchfruchterregenden Gesichte gebastelt. Ab heute sind die Masken in den Räumen der Kurverwaltung im Weiskircher Rathaus zu besichtigen. FOTO: JENAL


Edmund Selzer: Meine Meinung

Mit Pädagogik im Internet

Schule kann ganz schön stressig sein. Das Pauken von Vokabeln und mathematischen Formeln ist nicht jedes Schülers Sache. Klar, daß es die Kinder freut, wenn der Schulalltag durch Aktivitäten außerhalb des normalen Stoffplans aufgelockert wird. Die Erweiterte Realschule Weiskirchen liefert ein gutes Beispiel dafür, daß es auch anders laufen kann. Dort stößt das fächerübergreifende Projekt "Masken" auf große Begeisterung. Die Schüler haben es richtig genossen, ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen Das ist die eine gute Nachricht. Die zweite ist der Internet-Einsatz bei diesem Projekt. Manchmal entsteht der Eindruck, daß der Sprung aus der Schule ins weltweite Datennetz Gefahr läuft, zum Selbstzweck zu werden. Schulleiter Günter Peifer und Kollegen zeigen, wie es gut geht. Zurecht sind die Weiskircher Funftkläßler stolz darauf, daß ihre Leistung weltweit Anerkennung findet. Das Beispiel aus dem Kurort zeigt, wie eine Schule ihren Internet-Anschluß vorbildlich nutzen kann - als pädagisches Mittel, das durch internationale Kommunikation ein Stückchen zur Völkerverständigung beiträgt.  



Saarbrücker Zeitung vom 21. Februar 1998

Knubbespaller schwangen die Äxte

Die wilden Gesellen zu Gast im Weiskircher Rathaus

Weiskirchen (ght). Endlich haben sie auch mal ihre Aufwartung im Rathaus gemacht, die "Original Weiskircher Knubbespaller!" Diese Masken, in einem fächerübergreifenden Projekt an der Erweiterten Realschule von Schülern der Klassenstufe fünf mit viel Phantasie und Geschick gestaltet, sind am Fetten Donnerstag regelrecht zum Leben erwacht. Den närrischen Schlachtruf "Alleh hopp!" hatten sie schnell gelernt, und es hielt sie nicht mehr in der Schule. Von vielen anderen originellen "Faasebooze" begleitet, zogen sie zum "Haus des Gastes" im Weiskircher Rathaus.

Das eigens für diesen Anlaß vom Lehrer Manfred Marmitt gedichtete "Knubbespallerlied" wurde gesungen, und mit ebenfalls selbst gebastelten Rasseln aus vielen, vielen Kronenkorken sorgten die Schüler dafür, daß der Zug auch nicht zu überhören war.

Im Nu hatten sich viele Schaulustige versammelt, auch das Prinzenpaar Anja I. und Edgar I. waren mit ihrem Hofstaat und den Gardetänzerinnen herbeigeeilt. Bürgermeister Bernd Theobald hatte seine helle Freude am "Tanz um die Knubben", den die rauhen Gesellen - übrigens nicht nur Männer, sondern auch "Knubbespallerfrauen gibt's! - ihm dann vorführten, wobei sie kräftig ihre Äxte schwangen. "Originell!" fand nicht nur der Verwaltungschef diese gelungene "Ouvertüre" zur dann folgenden traditionellen Rathauserstürmung, sondern auch überall, wo die "Original Weiskircher Knubbespaller" bei ihrem anschließenden Zug durch die Gemeinde auftauchten, wurden sie gebührend bewundert. Die Masken sind im Haus des Gastes ausgestellt.


Ganz schön verwegen
Die Knubbespaller stellten sich im Weiskircher Rathaus. Schüler der Erweiterten Realschule haben sie mit viel Liebe und Phantasie gebastelt. Daß die wilden Burschen aus dem Hochwald nicht nur Holz hacken können und auch etwas für die Kultur übrig haben, bewiesen sie beim Tanz um den Knubben und beim Singen des Knubbenspaller-Liedes. FOTO: JENAL