DIE KNUBBESPALLER AUS DEM HOCHWALD 

Die Bezeichnung "Knubbespaller" stammt eigentlich aus dem südlichen Saarland und bezeichnet all die Leute aus dem Hochwaldraum, die "im Holz" beschäftigt waren. Die "Knubbespaller" wohnten unmittelbar am Rande des Schwarzwälder Hochwaldes, also in den Dörfern Weiskirchen, Konfeld, Steinberg und Wadrill. Während man sich in den südlicher gelegenen Dörfern mehr dem Ackerbau zuwenden konnte, mußte man sich hier mit harter Waldarbeit als Holzfäller sein Brot verdienen. Manche alten Weiskircher erinnern sich noch an die letzten Holzmeiler an den Steilhängen des Holzbachtals, etwa am Iltisfelsen. Die hier gewonnene Holzkohle war damals begehrt in den Eisenschmelzen und Schmieden der Umgebung, bis sie dann von der Steinkohle aus den saarländischen Gruben abgelöst wurde. Holz galt über Generationen im Hochwaldraum als das wichtigste Brennmaterial. Die gefällten Baumstämme, vor allem Buchenholz, wurden in ein Meter lange Stücke zersägt, gespalten und aufgestapelt. Unbrauchbares Holz aus den Baumkronen wurde für wenig Geld zum "Ausputzen" versteigert. Was dann noch übrig blieb, wie Baumstümpfe, Wurzelholz und minderwertiges Geäst, durften die zumeist armen "Knubbenspaller" behalten, wobei das Zerschlagen der knorrigen Baumstümpfe von den Männern viel Kraft und Schweiß bei jeglicher Witterung abverlangte. Wenn die Knubbespallerfrauen ihren Männern mittags im Kesselchen das warme Essen brachten, traten sie natürlich nicht ohne Reisigbündel oder Holzstangen auf der Schulter den langen Nachhauseweg an. Je nach Jahreszeit war ihr Korb mit feinen Waldpilzen, das Kesselchen mit fruchtigen Heidelbeeren gefüllt, und die ganze Familie durfte sich auf
eine leckere Mahlzeit freuen. Wurde die Bezeichnung "Knubbespaller" anfangs auch abwertend gebraucht, so meint sie heute den rauhen, aber herzlichen Menschenschlag des Schwarzwälder Hochwaldes. mm