Politiker hautnah

Wenn es um Europa geht, hat die ERS Weiskirchen einiges zu bieten. Seit mehreren Jahren arbeiten wir mit Partnerschulen aus Luxemburg, Frankreich und Italien im Rahmen eines von der EU geförderten Comenius-Schulpartnerschaftsprojektes zusammen. Seit 8 Monaten profitieren wir davon, dass eine französische Sprachassistentin an unserer Schule arbeitet. Leider geht ihr Aufenthalt bei uns im Mai zu Ende. Kürzlich besuchte uns auch die Spanischassistentin des Hochwaldgymnasiums, um uns etwas über ihr Land zu erzählen. An europäischen Fragen haben wir ein besonderes Interesse. Spannend finden wir unseren Sozialkunde-Unterricht, da wir hier auch aktuelle Politik wie z. B. die EU-Erweiterung zum 1. Mai 2004 behandeln.
Unsere Lehrerin Cornelia Giesel gestaltet ihren Unterricht sehr anschaulich und informativ. Ein Höhepunkt war der Besuch eines echten Politikers im Unterricht. Während der Europawoche bieten Abgeordnete der Parlamente Schulen an, mit den Schülerinnen und Schülern über politische Themen, die etwas mit Europa zu tun haben, zu diskutieren. Wir haben aus erster Hand erfahren, dass eigentlich alle saarländischen Themen auch eine europäische Bedeutung haben. Angenehm überrascht waren wir, dass Stritter seinen Besuch bei uns nicht zu Wahlkampfzwecken ausnutzte. Er gab uns ehrliche Antworten zu unseren Fragen und forderte uns auf, nicht alles kritiklos zu glauben, auch das nicht, was von Politikern gesagt wird. Nur wenn man gut informiert ist, kann man sich auch eine Meinung bilden. Zeitung lesen, Nachrichtensendungen anschauen, im Internet recherchieren, Informationsmöglichkeiten gibt es genug, man muss sie nur nutzen. Wir waren im Zusammenhang mit der EU-Erweiterung sehr verunsichert, da es viele negative Äußerungen darüber gab und immer noch gibt. Stritter hat uns jedoch deutliche Vorteile aufgezeigt und uns Mut gemacht für unsere Zukunft. Er ist davon überzeugt, dass die Angleichung der Standards in den neuen Mitgliedstaaten sich auf lange Sicht günstig auf die Entwicklung im eigenen Land auswirken wird. Deutschland wird als Exportland besonders von den Märkten der Beitrittsländer profitieren. Der Lebensstandard in den Beitrittsländern wird sich erhöhen, das Wohlstandsgefälle zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarn wird sinken. Dadurch werden Zuwanderung und Kriminalität abnehmen. Die Übernahme der Umweltstandards wird die Luft- und Wasserqualität in den Beitrittsländern und über deren Grenzen hinweg spürbar verbessern. Die Europäische Union steht für politische Stabilität, Demokratie, Menschenrechte und Minderheitenschutz.
Auf die Frage, ob die Türkei in die Europäische Union aufgenommen werden soll, stellte Stritter klar, dass es bei der bevorstehenden Europawahl nicht um diese Frage geht. Im Dezember 2004 entscheidet der Europäische Rat, ob mit der Türkei Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Union aufgenommen werden. Diesen Schritt hält er für sehr wichtig. Er hält es für wichtig, dass die Beitrittsverhandlungen aufgenommen werden. Man habe der Türkei schon vor 40 Jahren im Zusammenhang mit Assoziationsabkommen der EWG einen Beitritt zur Gemeinschaft in Aussicht gestellt. Es gibt auch deutlich erkennbare Reformen, andererseits aber auch noch Mängel, zum Beispiel, was die Rechte der Frau angeht. Darüber müsse geredet werden. Wenn die Beitrittsverhandlungen nicht aufgenommen würden, bestünde die Gefahr, dass der Reformkurs der Türkei nicht fortgeführt wird.
Stritter stellte uns sehr anschaulich die Zusammenhänge dar. Auf die Frage, was er von der Idee eines Transatlantik-Tunnels von London nach New York halte, musste er jedoch passen. „Von Tunnelbau habe ich keine Ahnung und kann auch nicht einschätzen, ob so etwas realisierbar ist oder ob es nur eine Spinnerei ist. Aber wenn jemand vor 50 Jahren behauptet hätte, man könne mal mit dem Auto durch einen Tunnel von Frankreich nach England fahren, hätte man ihn auch als Spinner belächelt. Wir brauchen Spinner, Menschen mit Visionen, aber auch Weber, Menschen, die solide ihre Arbeit verrichten.“
Vielen Dank Herr Stritter für Ihren Besuch.

Lisa Schumacher, Sandra Nickels
10b, Erweitere Realschule Weiskirchen

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Wir hatten keine Berührungsängste und löcherten den Politiker mit unseren Fragen. Unsere Sozialkundelehrerin Cornelia Giesel (rechts) konnte zufrieden sein.

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Links: Maria Gonzalez, Spanisch-Assistentin am HWG, 4. von links Aida El Ouni, unsere Französisch-Assistentin

Horizonterweiterung nennt unser Schulleiter Günter Peifer das. Er sorgt dafür, dass wir ständig interessante Gäste in unserer Schule haben. Es ist spannend, Städte und Länder auch mit Personen, die wir selbst kennen, verbinden zu können.
Wenn wir jetzt etwas von den Filmfestspielen in Cannes hören, denken wir auch an Aida. Sie konnte uns neben der Unterstützung im Erlernen der französischen Sprache auch einen Einblick in die Sitten und Bräuche ihres Heimatlandes und besonders in das Leben in einer so quirligen und mondänen Stadt wie Cannes geben.
Maria stammt aus Santiago de Compostela, der Hauptstadt von Galizien. Vom Jakobsweg haben wir schon viel gehört. Einige von uns kennen sogar Leute, die diesen Weg vom Saarland aus mit dem Rad gefahren sind. Das sind rund 2000 km! Schon bei dem Gedanken daran tut uns der Po weh. Der Jakobsweg ist ein uralter Pilgerweg quer durch ganz Spanien. Er führt nach Santiago de Compostela. 2004 ist ein „Heiliges Jahr“, weil der Namenstag des Apostels Jakobus (spanisch: Santiago) am 25. Juli auf einen Sonntag fällt. Man soll in einem solchen Jahr am Grab des heiligen Jakobus alle Sünden erlassen bekommen, natürlich nur, wenn man die Strapazen des langen Pilgerweges auf sich nimmt. Der Camino de Santiago (Jakobsweg) wurde 1987 zum ersten europäischen Kulturweg erhoben. Im Jahr 2000 war Santiago de Compostela Kulturhauptstadt Europas. 1985 wurde Santiago de Compostela von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Maria zeigte uns beeidruckende Bilder aus ihrer Heimat. Wir können nur jedem empfehlen, bei einem Urlaub in Spanien nicht nur faul am Strand zu liegen, sondern sich auch einen Eindruck von den kulturellen Schätzen dieses Landes zu verschaffen.

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Danke Aida! Die letzte AG-Stunde mit der Französisch-Assistentin fand in der Küche statt. Beim Zubereiten und Verzehren der leckeren Crêpes konnten wir noch einmal unsere Kommunikationsfähigkeit in der Fremdsprache unter Beweis stellen.

Nous avons testé beaucoup de pâtes à crêpes mais notre préférée est restée celle-ci:
Pâte à crêpes vanillée
Ingrédients:
- 250 grammes de farine
- 1 cuillère à soupe de sucre semoule
- 2 sachets de sucre vanillé
- 1 pincée de sel
- 1/2 litre de lait
- 3 oeufs
- 3 cuillères à soupe d'huile
Mélanger la farine avec le sucre semoule, le sucre vanillé et le sel.
Faire un puits au centre et incorporer 1/4 de litre de lait puis les trois oeufs préalablement battus à la fourchette dans un bol, et l'huile.
Bien mélanger, puis ajouter à nouveau 1/4 de litre de lait. La pâte à crêpe est prête!

Dieser Bericht steht auch hier: http://www.europawoche2004.saarland.de/11929.htm

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